Gemeinsam gegen Mobbing an der DPA

Als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DPA setzen wir uns gemeinsam gegen Mobbing an unserer Schule ein.

Wir machen in regelmäßigen Abständen eine Umfrage unter den Schülern zur Lernathmosphäre an der Schule (umv).

Wir befragen zum Halbjahreswechsel alle Schüler mit einem Schülerfragebogen zu ihrem Wohlbefinden, sozial und fachlich.

Mobbing – Grundwissen

Was ist Mobbing?

  • Absichtliche und systematische Gewalt mit dem Ziel, den anderen zu schädigen und zu demütigen.
  • Wiederholte und länger andauernde Schikanen.
  • Machtungleichgewicht – das Opfer ist wehrlos, kann sich alleine nicht aus der Situation befreien.
  • Mobbing ist ein Gruppenphänomen: Opfer – Täter, Täterunterstützer, Mitläufer, Zuschauer, alle spielen eine dazu beitragende Rolle.

Mobbing entsteht, wenn Menschen sich über andere erheben, Macht ausspielen, andere unterdrücken und ausgrenzen. Alle anderen akzeptieren das Machtungleichgewicht und, dass einige mehr Wert sind als andere.

Man spricht NICHT von Mobbing, wenn zwei psychisch und physisch ungefähr gleich starke Personen einen Konflikt/ Streit austragen.

Wie wird gemobbt?

  • Verbales Mobbing, schlechte Sprache, unmotiviertes Lachen, auslachen, beleidigen, beschimpfen
  • Nonverbales Mobbing, ohne direkten Körperkontakt, Gesten, Mimik, Sachen verstecken, wegnehmen, kaputt machen
  • Indirektes Mobbing durch Trennen von sozialen Bezügen, ausgrenzen, ausschließen
  • Körperliches Mobbing, schlagen, treten, schubsen
  • Mobbing über Medien (Cybermobbing)
  • Es sind nicht die einzelnen Handlungen, die Kinder belasten und hilflos machen. Es ist die Summe an Gemeinheiten und die Tatsache, ständig mit Attacken rechnen zu müssen.

Deutliche Signale

Meist treten mehrere dieser Signale über einen längeren Zeitraum auf:

  • Fehlzeiten höher/ Klassenaktivitäten werden nicht mitgemacht
  • die Schulleistungen sinken
  • Ausgrenzung wird sichtbar, z.B. im Sport, bei Gruppeneinteilungen
  • Isolation, allein sein
  • Verhalten ändert sich, stiller, deprimiert, aggressiv
  • Körperliche Veränderungen (Körperhaltung, Blick)
  • Bauch- Kopfweh
  • Verletzungen
  • Nähe zu Erwachsenen wird gesucht
  • Dinge fehlen oder sind beschädigt

Was wollen wir?

Wir wollen, dass alle Schüler und Lehrer in einem Klima der Wertschätzung und des Respekts miteinander arbeiten und umgehen und versuchen, Mobbing vorzubeugen, aufzudecken und zu intervenieren.

Die Aufgabe der Lehrer und Pädagogen an der Deutschen Privatschule Apenrade sind:

  • In der Schule (in Konferenzen, Teambesprechungen) ein Bewusstsein für Mobbing-Handlungen zu wecken und sich einzusetzen für eine kontinuierliche Beachtung dieses Problems
  • Aus- und Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Beratung und Unterstützung von Lehrkräften, wenn Fälle von Mobbing vermutet/aufgedeckt werden (Schulleitung, Förderkoordinatorin, gewählter Arbeitsmillieuberater, schulpsychologischer Dienst)
  • Eingreifen bei Mobbing-Fällen nach einem Ablaufplan (s. u. Pkt. 1-10)
  • Information des Kollegiums auf Lehrer- Teamkonferenzen über Mobbing, Gewalt, Reaktionsmöglichkeiten, Unterschiede zwischen Mobbing und Konflikten aufzeigen
  • Information der Eltern, Gespräch über das soziale Gefüge einer Klasse auf Elternabenden, ggf. direkte Einbeziehung der Eltern
  • Information der Klassenlehrkräfte (Klassenkonferenz), der Vertrauenslehrer und der Schülersprecher (SMV einbeziehen)

Vorbeugen gegen Mobbing:

Ausgangspunkt für unsere tägliche Arbeit ist in dem Grundsatz verankert: "Wir gehen höflich und rücksichtsvoll miteinander um. Unterricht kann für alle Beteiligten ungestört stattfinden. Alle haben das Recht auf Respekt."

Diskriminierungen jeglicher Art haben bei uns keinen Platz!

Konflikte im Schulalltag werden möglichst schnell aufgegriffen und ihre Lösung eingeleitet.

  • Einhaltung der Schulordnung
  • Einhaltung von mit der Klasse vereinbarten Klassenregeln
  • Beachtung des Themas bei pädagogischen Konferenzen/Teamsitzungen
  • Aufsichtsplan (Pausen) zur Schaffung eines guten Schulklimas

Die beste Vorbeugung gegen kränkende Behandlung jeder Art ist, viele Möglichkeiten zu gemeinsamen Tätigkeiten zu schaffen, Gemeinschaft zu stärken.

  • Klassenreisen zur Zusammenführung der Klassen, gemeinschaftsbildend
  • Patenschaften von jeweils Klasse 0 und 5 aufwärts, Patentreffen, -stunden, -arrangements
  • Sozialtraining in "fit for life", verpflichtendes Präventionsprogramm in Klasse 1 bis 6
  • Gemeinsame Ausflüge und Aktivitäten in allen Schulstufen und der SFO, gemeinsame Feste und Feiern
  • Verantwortlichkeiten für die Schulgemeinschaft: Klasse 4/ Spielbude; Klasse 5/ Vorklassenpaten; Klasse 6/Kioskklasse
  • Angebot einer jahrgangsübergreifenden Projektwoche, NiM Woche 39, Weihnachtsfeiern, Naturhofaktivitäten, Sportfest, Schwimmfest, überregionale Kultur-und Sportveranstaltungen besuchen
  • Gemeinsames Sommerfest, Beteiligung von Klassen bei Aulaversammlungen und der Abschlussfeier der 9. Klasse

So gehen wir mit Kränkungen / Konflikten um:

Konflikte im Schulalltag werden möglichst schnell aufgegriffen und ihre Lösung eingeleitet.

Dabei sind in erster Linie die Klassenlehrer zuständig, die ihre Teams und andere einbeziehen können.

Sollte ein Schüler/eine Schülerin sich in einem Zusammenhang von Mitschülern oder Erwachsenen an der Schule gekränkt fühlen, soll folgendermaßen vorgegangen werden:

  • Schritt 1: Direkt die Person ansprechen, von der man sich gekränkt fühlt. Wer möchte, kann gern den oder die Klassensprecher dabei um Unterstützung bitten.
  • Schritt 2: Wenn damit das Problem nicht erledigt ist oder man selber dazu nicht in der Lage ist, kommen mehrere Ansprechpersonen in Frage. Der betreffende Schüler/die Schülerin kann sich an den Klassenlehrer wenden oder eine andere Lehrkraft (z.B. Vertrauenslehrer), zu der er/sie Vertrauen hat.
  • Schritt 3: Sollte dies nicht reichen, um das Problem zufrieden stellend zu lösen, ist die Schulleitung eine nächste Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen.

Entsprechendes gilt auch im umgekehrten Fall: Eine Lehrkraft fühlt sich durch einen Schüler/eine Schülerin/ Eltern gekränkt.

In der Regel sollen die angesprochenen Erwachsenen über ein gemeinsames Gespräch versuchen, Lösungen zu finden.

Normalerweise reicht eine Entschuldigung, wenn eine Kränkung vorlag, um die Beziehung wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Bei groben Übertretungen von Schülern können aber auch schulische Strafen (Suspendierung bis Schulverweis nach Richtlinien) ausgesprochen werden (Schulleitung entscheidet).

Wenn Lehrkräfte oder andere Erwachsene eine Kränkung verursacht haben, ist es Sache der Schulleitung, angemesseneres Verhalten zu verlangen.

Ein Kränkungsfall kann dann als abgeschlossen betrachtet werden, wenn der Gekränkte mit dem Ergebnis zufrieden ist. Im Zweifelsfall sollte ein Folgetermin vereinbart werden.

Alle Erwachsenen an der Schule müssen, alle Schüler sollten, reagieren, wenn Schimpfwörter oder anderes kränkende Verhalten auftauchen. Immer soll auf einen guten Ton im Umgang miteinander hingewiesen werden.

Vor allem sollten alle Erwachsenen (Lehrer, Pädagogen, Eltern ) selbst Höflichkeit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft vorleben.

So gehen wir mit Mobbing um:

Mobbing (auch Cybermobbing) ist kein Kavaliersdelikt und kann strafrechtlich zur Anzeige gebracht werden (Eltern).

Wenn sicher diagnostiziert wurde (s. auch deutliche Signale), dass Mobbing vorliegt, wird folgendermaßen vorgegangen:

  1. Der Klassenlehrer oder ein andere Lehrer leitet die Intervention in der Klasse an, da die Schüler allein das Problem nicht lösen können.
  2. Die Klasse wird über das Mobbing informiert, die Rollen, Mobber und Opfer – Beziehungen werden aufgedeckt. Aus der Klasse werden Unterstützer gewonnen, sie wissen i. R. sehr gut, welche Situationen gemeint sind. Das Opfer wir aber nicht namentlich genannt.
  3. Der Kontakt des Klassenlehrers zum Opfer wird hergestellt. Auf Einhaltung der Anonymität wird geachtet. Beim Erstgespräch wird behutsam der genaue Hergang des Vorfalls erfragt (Namen der Mobber, Mitläufer, Zuschauer/ Wer hat was wo gemacht?) . Behutsames Vorgehen und dem Opfer Zuversicht und Mut zusprechen.
  4. Der Lehrer überlegt, ob die Eltern einbezogen werden sollen, bei Wiederholungstätern müssen die Eltern einbezogen werden (Beratungsgespräch).
  5. Mit einem anderen Lehrer (Schulleitung ,Förderkoordinatorin) wird ein Gespräch mit dem Mobber vorbereitet. Einer wird als Protokollant festgelegt. Ein Termin wird abgesprochen, der Fachlehrer informiert, für ggf. Vertretung i meigenen Unterricht gesorgt.
  6. Die Mobber werden ohne Vorankündigung aus dem Unterricht geholt.
  7. Das Gespräch ist ruhig und sachlich. Es ist zu vermitteln, dass die Schule Mobbing nicht toleriert und die Mobber für ihr Tun Verantwortung übernehmen müssen. Auf Rechtfertigungsversuche wird nicht eingegangen.
  8. Die Mobber sollen zum Nachdenken darüber gebracht werden, wie sie sich verhalten können um weiteres Mobbing zu verhindern. Sie werden damit zu Kooperationsparntern. Absprachen werden schriftlich festgehalten und wiederholt.
  9. Ihren Zusagen wird eine Art Bewährungszeit eingeräumt.
  10. Beim Rückgang in die Klasse brauchen sie nicht zu sagen, worüber gesprochen wurde und warum.
  11. Nach Ablauf der Bewährungszeit wir mit Opfer und Mobber ein gemeinsames Gespräch geführt und über einen Täter-Opfer-Ausgleich nachgedacht (schriftliche Entschuldigung, Bezahlung von kaputten Sachen...).

Bei Wiederholungstätern greift dasselbe Muster, allerdings sind die Eltern zu unterrichten und einzubeziehen, Schulsuspendierung bis zum Verweis kann ausgesprochen werden (Schulleitung).

So gehen wir mit Cybermobbing um:

Cybermobbing ist anders strukturiert als Mobbing. Täter und Opfer wechseln schnell, das Mobbing endet nicht mit Schulschluss, das Mobbingmaterial liegt im Netz und entzieht sich jeder Kontrolle, kann immer wieder auftauchen und ist anonym.

Die Möglichkeiten zur Selbstdarstellung im Netz haben bei Kindern und Jugendlichen haben einen hohen Stellenwert.

Beim Cybermobbing sind eher Mädchen Opfer, beim Mobbing eher Jungen.

Häufige Motive sind Rache und Spaß – hier müssen Eltern und Schule erzieherisch arbeiten (Konfliktlösungsstrategien, Empathie, klare Grenzen).

Taucht in der Schule Cybermobbing auf, sind im Netz stehende Kränkungen sofort zu löschen, Bilder aus dem Schulalltag dürfen nur die Schulleitung oder Lehrer veröffentlichen, Film- Tonaufnahmen ohne Zustimmung der Lehrer sind verboten. Information in der Klasse wird eingeleitet, Gespräche mit den Betroffenen finden statt. Der Umgang mit "dem Netz" wird geübt.

Eltern werden unterrichtet, da sie den größten Einfluss auf den Gebrauch des Internets und seiner Möglichkeiten haben.

(Nach Empfehlungen aus: Das Anti–Mobbing-Buch; Jannan, Mustafa; Beltz-Verlag 2015)